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E-Autos. Fakten zum aktuellen Stand und Aussicht

29.01.2020 von Holger Krah, Landesfachausschuss Mittelstand
E-Autos sind in aller Munde und im Moment offenbar der Heilsbringer für Klima und Gesundheit der Bürger. Was ist aber dran?
Zu den Fakten:
Zulassungszahlen (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, 2019, Deutschland)
• Reine E-Autos und Plug-in-Hybrid (mit „E“ auf dem Kennzeichen *): 150.172
• Hybrid-Autos (herkömmlicher Motor plus E-Antrieb für‘s Anfahren): 274.414
• Zulassungen aller Autos gesamt 47.095.784
D.h. nur 0,32% aller zugelassenen Autos sind E-Autos. In Baden Württemberg liegt der Anteil sogar 0,43% mit 28.709 E-Autos. Immerhin.
Der Markt wächst zwar mit hohen Prozentzahlen, bewegt sich aber immer noch auf niedrigem Niveau.
*) Anmerkung: es wurden bereits die Zahlen „reine E-Autos“ und „Plug-in-Hybrids“ mit einer elektrischen Reichweite von 50 km zusammengerechnet. Es ist auch uns klar, dass die Plug-In-Hybrids überwiegend mit Benzin/Diesel gefahren werden. Sonst halbieren sich die Zahlen fast.
Ladestationen (Quelle: GoingElectric.de)
Die Ladegeschwindigkeit ist von großem Interesse. Im eigenen Haus kann es ruhig über Nacht geschehen, auf der Autobahn muss es aber deutlich schneller passieren. Langsame Ladestationen (240V Stecker) haben in der Regel eine Ladeleistung von 3,7 kW, hier braucht man eine Nacht, um das Auto vollzutanken. Mit einer 11kW Ladestation (400V Strecker) braucht man nur noch 2h. Ab 22kW (gesonderte Anschlüsse, i.d.R. sind das keine
Hausanschlüsse mehr) braucht man nur noch 1 Stunde.
• Deutschland: 18.940, davon 26% langsame „Nachtladestationen“
• Österreich: 4.617, davon 36% langsame „Nachtladestationen“
• Schweiz: 2.157, davon 27% langsame „Nachtladestationen“
Der Ausbau geht rasant vonstatten, derzeit etwa Verdoppelung pro Jahr. Aktuell sind die Städte recht gut versorgt, das Land noch nicht. Auf Fernrouten ist es sinnvoll, die (richtigen) Ladestationen auf dem Weg zu kennen.
Wie viele Ladestationen (genauer Ladepunkte) brauchen wir? 
Aktuell können wir an ca 360 Autobahn-Tankstellen tanken. Es dauert jeweils etwa 5-10
Minuten, dann ist die Säule wieder frei. Meist sind rund 8-12 Zapfstellen vorhanden, Schlangen vor den Zapfstellen sind selten, aber jedem schon vorgekommen. Wenn wir diesen Service im gleichen Maß von der E-Zapfsäule erwarten, ein Tankvorgang (nur bis 80%, also nicht „voll“) aber bereits 20 min dauert, dann brauchen wir allein an den deutschen Autobahnen gute 10.000 Zapfstellen (ca 25 Stück pro Tankstelle) mit jeweils rund 40-50 kW Ladeleistung. Das ist eine echte Hausnummer. Hier muss jede Tankstelle einen eigenen und insbesondere großen Trafo haben inklusive dem Anschluss an die zugehörige Hochspannungsleitung – sonst wird das nichts.
Die Technik der Ladestationen wird zwar besser, ältere Modelle fallen offenbar häufiger aus. Unangenehm ist es, wenn man nach ein paar Stunden merkt, dass das Auto gar nicht geladen wurde. Findige Köpfe haben bereits eine „Flop-Ladestationen-Liste“ ins Internet gestellt.
Die verschiedenen „Bezahlsysteme“ sind noch nicht zusammengewachsen, auch gibt es noch diverse unterschiedliche Ladestecker.
Und natürlich Dauerparker auf den schönen „Lade-Parkplätzen“.
Stromversorgung (Quelle: Manager Magazin 12.10.2016)
Irgendwoher muss der Strom für’s Auto ja herkommen. Annahme seinerzeit: 40 Mio. Autos in Deutschland, 15.000km/Jahr): Der Zusatzbedarf für’s Autofahren sind 120 TWh. Die Bruttostromerzeugung (also inkl. Leitungsverluste, etc) lag 2016 bei ca 650 TWh, wovon etwa 30% regenerativ erzeugt wurden. Zieht man aus dieser Produktion nun Atom- und Kohlestrom ab, so fehlen etwa 240 TWh (Quelle: Strom-Report.de).
Das bedeutet:
• Bedarf wird dann etwa bei 770 TWh liegen (nur falls max. 40 Mio Autos)
• Die Stromproduktion (Ohne atom- und Kohle) wird nur noch 410 TWh liegen.
Kurz: es werden 46% in der Stromproduktion fehlen, die auch mit einem weiteren Ausbau von Photovoltaik oder Windkraft nicht gedeckt werden können. Diese „Lücke“ würde aus dem europäischen Ausland zugekauft werden müssen. Bemerkenswert ist, dass insbesondere in Osteuropa und in Finnland Atomreaktoren im Bau sind. Auch wird ein deutlicher Ausbau von Gaskraftwerken in Deutschland möglich, wenn Deutschland zukünftig mehr Gas aus Russland per Direkt-Pipeline kaufen kann. Das könnte immerhin ein Ansatz von Strategie sein.
Nebenbei: im Januar 2019 waren es bereits 47 Mio Autos in Deutschland (17,5% mehr), mittlerweile werden es wieder eine gute Million mehr sein.
Schadstoff Stickoxid NOx (Quelle: Umweltbundesamt, Zahlen 2016, erfasst 2018):
Es muss klar sein, dass auch E-Autos nicht schadstofffrei fahren können, auch wenn wir uns das mitunter gerne vormachen (lassen). Aber immerhin war das Stickoxid der Auslöser für die Euphorie „E-Auto ist besser“
• Stickoxide aller PKW (außer Motorrad + „Light Trucks“, NFR Code 1A3bi) 249,86 kt NOx
• Stickoxide aus den deutschen Kraftwerken (Strom-Mix, NFR Code 1A1a) 266,45 kt NOx
• Stickoxide aus der Landwirtschaft (Lebensmittel, Bio-Diesel, NFR Code 3xxx) 126,40 kt NOx
Somit stehen die herkömmlichen PKW eher besser da, zumal 2016 die EURO 6 Autos noch sehr selten waren (sogar in 2019 nur 26% Anteil). Wichtig ist aber, dass die „elektrischen“ Schadstoffe jedoch nicht in der Stadt produziert werden. Da stehen eben kaum Kraftwerke.
Insoweit hilft die Elektro-Auto Förderung den Städten, nicht aber der Bundesrepublik.
Und letztendlich: Die Landwirtschaft abschaffen ist wohl nicht das Ziel, also werden wir nicht umhin kommen, mit einem gewissen Maß an Stickoxiden leben zu lernen.
Alles in allem fehlt es an Ideen, einem belastbaren Ziel, einer Strategie und am Willen, etwas zu ändern. Und ja: Änderung bedeutet immer auch, Altes loszulassen und unbekanntes Neues zu ergreifen. So ist das eben mit der Zukunft: lieber mit leichten Fehlern geplant als
vollkommen überraschend erleben.

Bewerbungsrede von Dr. Frank Josef Grill

Meine Motivation für die Kandidatur zum Landtag Baden-Württemberg am 14. März 2021

von Dr. med. Franz Josef Grill, Landtagskandidat im Wahlkreis 26 - Aalen

Meine Erfahrung aus über 10 Jahren im Gemeinderat Ellwangen, aus Jahrzehnten ärztlicher Tätigkeit als Klinikarzt, niedergelassener Arzt und als Notarzt, aus jahrzehntelanger Erfahrung im Ehrenamts-bereich und den daraus resultierenden Kontakten und Gesprächen mit vielen Menschen hier in der Region haben mir gezeigt, dass unsere Stimmen, unsere Sorgen, Nöte, Ängste und Bedürfnisse nicht von hier bis nach Stuttgart oder Berlin dringen. Oder, dass diese dort nicht wahrgenommen werden wollen.

Für mich ist es unter anderem wichtig, dass wir unsere dezentrale Krankenhausstruktur erhalten und sukzessive verbessern.

Aufgrund des demographischen Wandels wird die Zahl der stationären, aber auch der ambulanten Behandlungen in den nächsten Jahren zunehmen. Die Frage nach der Rentabilität der hierfür nötigen Maßnahmen darf man hier nicht stellen.

Natürlich ist verantwortungsvolles Wirtschaften nötig, aber nicht um den Preis der stetigen Kostenreduktion in der Krankenversorgung und natürlich auch im häuslichen oder stationären Pflegebereich.
Ein weiterer Punkt ist mir die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. 
Das bedeutet Ausbau der Remstal- und Jagsttalbahn, da hier das deutlich höhere Fahrgastaufkommen für die Verbindung Nürnberg - Stuttgart - Karlsruhe liegt als auf anderen Routen. Ein weiteres wichtiges Thema ist der Ausbau des ÖPNV und dadurch die Vernetzung der Kreisgemeinden untereinander.
Unser Wohlstand beruht zu einem sehr großen Teil auf dem Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Deshalb ist es wichtig, die B 29 vierspurig unter Umgehung der angrenzenden Ortschaften auszubauen. Gleiches gilt für die L1060 und Röhlingen.
Beim Breitbandausbau muss richtig Gas gegeben werden und bei der Versorgung mit Sendemasten für einen flächendeckend guten Handyempfang, wie das inzwischen in fast allen Ländern dieser Erde möglich ist, ist es höchste Zeit.
Wichtig ist mir eine gute Ausbildung der Kinder und jungen Menschen. 
Um das zu erreichen, muss nach finnischem Vorbild schon früh mit sehr gut ausgebildeten Lehrkräften die Basis für eine gute Bildung gelegt werden. Unser gutes dreigliedriges, nach allen Seiten offenes Schulsystem, sollte nicht aufgegeben sondern gestärkt werden.
Das G9 muss wieder eingeführt werden und darf nicht auf ein paar wenige Modellgymnasien beschränkt bleiben. An Bildung sollte nicht gespart werden. Sie ist der wahre Reichtum unseres Landes und auch besonders unserer Region.
Die derzeitige weltweite Migrationsproblematik stellt für uns alle eine große Herausforderung dar. 
Aufgrund meiner christlichen und humanistischen Prägung und Erziehung im Elternhaus und in der Schule, bin ich der festen Überzeugung, dass wir als Gemeinschaft verpflichtet sind, Menschen, die an Leib, Leben und Seele schwer bedroht sind, bei uns aufzunehmen und Schutz zu gewähren.
Die dabei entstehenden Lasten sind gleich und gerecht zu verteilen.
Aber Menschen, die zu uns kommen, unser rechtsstaatliches, demokratisches und pluralistisches Gemeinwesen ablehnen, sich nicht an Recht und Ordnung halten, in  Parallelgesellschaften leben und menschenverachtende Ideologien verfolgen, seien sie auch religiös motiviert, haben bei uns nichts zu suchen.
Die müssen schnellstens abgeschoben werden. Ein deutlicher Integrationswille muss erkennbar sein.
Wie ich selbst aus jahrelanger ehrenamtlicher Tätigkeit weiß, wird in unseren Vereinen für unser Gemeinwesen wichtige Arbeit geleistet. 
In unseren Sportvereinen gelingt z. B. die Integration von Migranten in der Regel tadellos.
Diese wertvolle Aufgabe gilt es zu unterstützen, nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern auch mit dem Abbau von unnötiger Bürokratie, die den Ehrenamtlichen nur das Leben schwer macht.
Bei diesen und noch vielen anderen Punkten möchte ich zum Wohl der Menschen unserer ganzen Region mitgestalten, da ich lernen musste, dass der Einfluss aus kommunaler Verantwortung heraus nur sehr gering ist.
 
Dafür bitte ich Sie alle am 14. März 2021 um Ihre Stimme.
Dr. med. Franz Josef Grill